Historie
Die Geschichte der Juristischen Gesellschaft Ostwestfalen-Lippe e.V.

Die Idee, eine ”Juristische Gesellschaft“ in Bielefeld zu gründen, geht auf ein Gespräch Anfang 1982 zwischen Herrn Prof. Dr. Papier, dem damaligen Dekan der Universität Bielefeld, und Herrn Oberstadtdirektor Dr. Eberhard Munzert zurück. Dabei äußerten beide den Wunsch einer engeren Zusammenarbeit zwischen der juristischen Fakultät der Universität Bielefeld und den juristischen Praktikern des ostwestfälischen Raumes.

Nach einem ersten informellen Treffen am 5. März 1982 im Sparrenburgzimmer des Bielefelder Ratskellers, zu dem Oberstadtdirektor Dr. Eberhard Munzert einlud, wurde in Anlehnung an die Satzung der Dortmunder Juristengesellschaft e. V. eine eigene Satzung des zu gründenden Vereins erarbeitet, ehe am 2. Juni 1982 der Verein zu seiner konstituierenden Sitzung im Kleinen Sitzungssaal des Rathauses zu Bielefeld zusammenkam.

Neben der einstimmigen Verabschiedung der Satzung und der Festsetzung des jährlichen Mitgliedsbeitrags auf 30 DM (heute 25 €) bzw. ermäßigt 15 DM (heute 12,5 €), wurde der damalige Präsident des Landgerichts Bielefeld, Herr Dr. Werner Vinke, einstimmig zum 1. Vorsitzenden des Vereins gewählt; zum stellvertretenden Vorsitzenden wurde Herr Prof. Dr. Hans-Jürgen Papier gewählt. Die weiteren Gründungsmitglieder der Gesellschaft waren Dr. Horst Annecke, Kurt Berghoff, Dr. Karlheinz Edelmann, Dr. Wolfgang Jeep, Prof. Dr. Lampe, Dr. Eberhard Munzert, Dr. Georg Rössler und Walter Stich.




Ziel der Gesellschaft soll es ausweislich des § 1 der Satzung sein, die ”Kenntnisse auf allen Gebieten der Rechtswissenschaft (zu) fördern und die rechtswissenschaftliche Forschung und Berufsbildung in enger Fühlung mit der juristischen Praxis (zu) betreiben. Sie will ferner das Rechtsverständnis der Allgemeinheit fördern.“

Die Eröffnungsveranstaltung der Gesellschaft, die zu diesem Zeitpunkt bereits mehr als 320 Mitglieder zählte, fand am 24. Februar 1983 im kleinen Saal der Oetkerhalle statt. Zu diesem Anlass hielt der damalige Präsident des Bundesverfassungsgerichts Prof. Dr. Ernst Benda einen Vortrag zu dem Thema ”Verfassungsbeschwerde - Bestand und Bewährung“.

Zum 10-jährigen Bestehen der Juristischen Gesellschaft fand am 12.11.1992 eine Jubiläumsveranstaltung mit einem Vortrag des damaligen Präsidenten des Bundesgerichtshofes Prof. Dr. Walter Odersky zu dem Thema ”Die Rolle des Strafrechts bei der Bewältigung politischen Unrechts“ im Großen Vortragsaal der Sparkassenzentrale Bielefeld statt.

Zum 20-jährigen Bestehen der Juristischen Gesellschaft fand am 06.06.2002 eine Jubiläumsveranstaltung mit einem Vortrag des damaligen Präsidenten des Bundesverfassungsgerichts Prof. Dr. Hans-Jürgen Papier, Gründungsmitglied der Juristischen Gesellschaft, mit dem Thema "Die richterliche Unabhängigkeit und ihre Schranken" statt.

Seit 2004 vergibt die Gesellschaft jährlich 3 Dissertationspreise in Form eines Druckkostenzuschusses in Höhe von 500 € für Promovenden der Universität Bielefeld, die ihre Arbeit aus dem Bereich des Straf- Zivil- und des öffentlichen Rechts mit einem summa cum laude abgeschlossen haben.

Die sechs Vorsitzenden der Juristischen Gesellschaft seit ihrer Gründung waren:

1. Präsident des Landgerichts Bielefeld,
Dr. Werner Vinke (Juni 1982 - Sep- 1983)

2. Leitender Oberstaatsanwalt,
Armin Maaß (März 1984 - März 1987)

3. Präsident des Landgerichts Bielefeld,
Dr. Heinz Palm (März 1987 - März 1990)

4. Präsident des Landgerichts Bielefeld,
Dr. Klaus Bilda (März 1990 - Mai 1995)

5. Präsident des Landgerichts Bielefeld,
Uwe Jürgens (Mai 1995 - 2006)

6. Prof. Dr. Wolfgang Schild (seit 2005)

Seit ihrer Gründung hat die Gesellschaft 194 Vortragsabende (Stand September 2010) zu den unterschiedlichsten juristischen Themen veranstaltet. Zu den Referenten zählten die führenden Rechtspersönlichkeiten der Bundesrepublik und darüber hinaus, wie beispielsweise dem Präsidenten des Europäischen Gerichtshofes, verschiedenen Richter/innen des Europäischen Gerichtshofes für Menschenrechte, diversen Richter/innen des Bundesverfassungsgerichts und deutscher Bundesgerichte, zahllosen renommierten Professoren und Persönlichkeiten sowie verschiedenen Bundes- und Landesministern.

Neben den vielfältigen Vorträgen fanden diverse Podiumsdiskussionen zu den unterschiedlichsten, aktuellen Themen sowie 14 (Stand September 2010) mehrtägige Studienfahrten, unter anderem nach Straßburg, London und Wien und diverse Tagesausflüge statt. In den Anfangsjahren veranstaltete die Gesellschaft zudem regelmäßig Juristenbälle.

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